
Dienstag, 9. Februar 2010
In meinen Vorlesungen über das Böse, das im Internet an jeder Ecke lauert, stoße ich oft auf Gesichter, die mir die Geschichten über Phishing und Scam nicht glauben wollen. Das aber wirklich jeden Tag ein neuer DAU aufsteht, habe ich gerade bei der Durchsicht der Blogkommentare gesehen. Im März letzten Jahres habe ich mich über die semantischen Unterschiede zwischen "Identifikationsmerkmal" und "Personenkennzeichen" aufgeregt. Dieser Beitrag ist bei Google recht gut gerankt, was zur Folge hat, dass einige Surfer auf die entsprechende Seite kommen.
Schön und gut. Seit wenigen Wochen fangen die Besucher aber an, hier im Blog mittels der Kommentarfunktion ihre Steuer-Identifikationsnummer zu beantragen...
Sehr geehrte Damen und Herren,
mir fehlt noch meine Identifikationssnummer. Ich heiße Mxxxxxx Bxxxxx, wohne in der Fxxxxxxxxxxxxxxxxx in 00000 xxxxx, geb. am xx.x.xx.
Da meine Gehaltsstelle hier an der xxxxxxxxxxxxxxxxxx mich aufgefordert hat, die fehlende Nummer nachzutragen, wende ich mich an Sie, damit sie mir umgehend auf diesem Wege mitgeteilt wird.
Vielen Dank!
Schönen Gruß Mxxxxxx Bxxxxx
Sehr schön auch:
ich benötige die Identifikationsnummer von meiner oma Kxxxx Mxxxxx Geb ,xx.xx.xxxx in Bxxxxxxxxxx Txxxxx (Fxxxxxxx )
... kopfschüttel ...
Freitag, 5. Februar 2010

Was jetzt?
Donnerstag, 4. Februar 2010
Pressemitteilung der saarländischen Piratenpartei:
Der saarländische Landesverband der Piratenpartei zeigt sich enttäuscht
über das Verhalten der Bundesregierung im Umgang mit den gestohlenen
Schweizer Kontodaten.
Ein Rechtsstaat zeichnet sich dadurch aus, dass jeder Bürger und
jedes Unternehmen gewisse Rechte hat, die nur in begründeten
Ausnahmefällen aufgrund eines Gesetzes durch einen Richter außer Kraft
gesetzt und auch dann nur durch Strafverfolgungsbehörden überschritten
werden dürfen. Das macht die Aufklärung von Verbrechen manchmal
ziemlich schwierig, aber dieses Prinzip gibt uns auch Rechtssicherheit
und schützt uns vor Willkür durch Polizei und Staat. Der Informant, der
die Kontodaten aus der Schweiz beschafft hat, hat dies ohne gesetzliche
Grundlage, ohne richterlichen Beschluss und ohne die Kompetenzen einer
Strafverfolgungsbehörde getan. Er hat sämtliche Instanzen der
staatlichen Gewaltenteilung umgangen. Wenn die Regierung sich jetzt auf
diesen Handel einlässt, begibt sie sich selbst auf diesen Weg, der zwar
schneller zum Ziel führt, aber eben gegen sämtliche Prinzipien unseres
Rechtsstaats verstößt. Das finden die saarländischen Piraten höchst
bedenklich und sprechen sich deswegen entschieden gegen diesen Deal
aus.
„Wenn man auf solche Angebote eingeht, schafft es auch Anreize,
dass in Zukunft vermehrt Angestellte Datensätze stehlen werden und
diese den Strafverfolgungsbehörden verkaufen. Das ist der Supergau für
den Datenschutz. Nur weil hier das Bonbon besonders groß ist,
rechtfertigt es die Tat noch nicht. Im Gegenteil, es wird die Büchse
der Pandora geöffnet!", meint Marc Großjean, Vorstandsvorsitzender der
Saar-Piraten. „Sollen zukünftig wirklich Angestellte in der
Mittagspause vertrauliche Kundeninformationen nach möglichen Anzeichen
auf Straftaten durchforsten, um dem Staat gegen Bezahlung bei der
Verbrechensermittlung zu helfen, praktisch als informelle Mitarbeiter?“
„Insbesondere der Vergleich mit der Kronzeugenregelung hinkt an
dieser Stelle mehr als nur auf einem Bein. Bei der Kronzeugenregelung
arbeitet der Staat mit bereits kriminellen Personen zusammen, die im
Gegenzug für ihre Aussagen eine Strafmilderung erfahren können, was
häufig auch als Ausstiegsmöglichkeit aus der organisierten Kriminalität
genutzt wird.
Im Fall der Steuer-CD arbeitet der Staat aber mit Personen
zusammen, die nur kriminell wurden, weil sie sich mit dem Verkauf der
Daten am Staat finanziell sanieren wollen! Das ist staatlich
subventionierte Kriminalität!“, so Marc Großjean weiter.
Dass man Steuerhinterzieher bestrafen sollte, ist nicht Gegenstand
dieser Kritik, sondern die Art und Weise, wie hier jegliche
Rechtsstaatlichkeit außer Kraft gesetzt wird. Wenn einzelne Länder wie
die Schweiz sich weigern, mit anderen Ländern im Kampf gegen
Steuerhinterziehung zusammenzuarbeiten, muss man diese Länder durch
internationalen Druck zur Zusammenarbeit zwingen und nicht einfach über
illegale Umwege sich Zugriff zu den sonst verschlossenen Daten
verschaffen.
Abgesehen von der Frage, ob die Daten gekauft werden sollen oder
nicht, zeigt dieser Fall aber auch, wie unsicher Datensammlungen im
Allgemeinen sind. Die Geschäftsgrundlage der Schweizer Banken ist ihre
Verschwiegenheit. Deswegen ist anzunehmen, dass ihre Maßnahmen zum
Schutz vor Diebstahl dieser Daten dem neuesten Stand der Technik
entsprechen. Unter diesem Gesichtspunkt fällt es schwer zu glauben,
dass die Daten, die die Bundesregierung im Rahmen von
Vorratsdatenspeicherung, ELENA und ab 2011 auch der elektronischen
Gesundheitskarte erstellt, sicher vor dem Zugriff durch Kriminelle
sind.
Aus diesem Grund fordert die Piratenpartei schon seit Langem, dass
derartige Sammlungen von großen Mengen sensibler Daten generell zu
unterlassen sind.
Besonders die letzten beiden Absätze zeigen einen wunden Punkt, der in der bisherigen Diskussion um die Steuer-CD untergegangen ist.
Dienstag, 26. Januar 2010
Auch der aktuelle JMStV sieht schon Sendezeitbegrenzungen im Internet vor. Das hier (vor 20 Uhr) ist daher keine " passende Illustration", sondern die Realität...
Montag, 25. Januar 2010
Der AK Zensur hat eine lesenswerte Stellungnahme zum Jugendmedienschutz-Staatsvertrag und den dort geplanten Änderungen veröffentlicht. "Man kann das ganze Vorhaben in etwa mit „Zensursula auf Speed“ umschreiben".
Donnerstag, 21. Januar 2010
Im Saarland wurde im Dezember 2008 ein Dino-Freizeitpark mit viel Tamtam und öffentlichem Geld eröffnet. Sogar Nobelpreisträger Al Gore hatte man für 200.000$ eingeflogen, damit er sich begeistert von der Urzeitlandschaft zeigen durfte. Und nun - ein Jahr und einen Monat später - wird der der Park dicht gemacht, was die Piratenpartei des Saarlandes wie folgt kommentiert:
Der Rechnungshof hat in einem Sonderbericht die Landesregierung massiv gerügt und festgestellt, dass die Investitionen der Park-Betreiber unterm Strich abzüglich der direkten und indirekten Subventionsgeschenke des Landes gegen Null tendieren. Der Rechnungshof hält den Umfang der Gesamtförderung weder durch die Zahl der geschaffenen Arbeitsplätze noch in anderer Hinsicht für gerechtfertigt und hat eine Gesamtsubvention und eine Gesamtbelastung des Haushaltes von 44 Millionen Euro ermittelt.
Quelle: http://www.s-o-z.de/?p=15175
Besonders auffällig erscheint dabei der völlig überteuerte und formell fahrlässig gestaltete Mietvertrag, von welchem ausschliesslich der Investor profitiert. In Zeiten schwacher wirtschaftlicher Konjunktur ist es verantwortungslos, Steuergelder so leichtfertig zu verschleudern. Der Vorwurf gegenüber der Landesregierung besteht sicher nicht darin, deren Bestreben den Wirtschaftstandort Saarland attraktiver zu gestalten, sondern darin, wie leichtfertig mit Steuergeldern verfahren wird und wie unprofessionell die Verantwortlichen gehandelt haben.
Dass ausgerechnet unmittelbar vor der eigens dafür auf Antrag der Opposition angesetzten Debatte im Landtag ein Brief des Betreibers und Investors Michael Kuhl die Schließung des Gondwana- Parks zum Monatsende ankündigt, ist bestimmt kein Zufall. Darin gibt Herr Kuhl als Grund für den Rückzug nicht etwa die Unwirtschaftlichkeit wegen einer zu geringen Besucherzahl an, sondern fühlt sich durch den Rechnungshof und nicht näher genannter Meinungsmacher in der Öffentlichkeit diffamiert.
CDU-Fraktionschef Klaus Meiser kritisiert beim Rechnungshof fehlendes Einfühlungsvermögen in die besondere historische Situation der Region und vergisst augenscheinlich, dass diese Institution rein zweckgebunden, weisungsunabhängig sowie emotionslos ihre Aufgabe wahrzunehmen hat, selbst wenn das Ergebnis für manche dadurch nicht erfreulich erscheint. Jeder Unternehmer würde gerne solche paradisischen Umstände annehmen, um quasi risikolos ein Projekt umsetzen zu können, jedoch sollte neben allen Visionen die Wirtschaftlichkeit in die Beurteilung einfliessen, was offensichtlich unberücksichtigt blieb.
Es besteht nicht der geringste Zweifel daran, dass bei der Aushandlung der Verträge von Seiten der damaligen CDU- Alleinregierung eklatante Fehler begangen wurden, die so oder so zu Lasten des Steuerzahlers gehen. Die Verantwortlichen hierfür müssen nun Farbe bekennen und die Regierung muss Konsequenzen daraus ziehen, will sie noch halbwegs glaubwürdig bleiben. Ob nun die Betreiberfirma aus den genannten, wenn auch aus unverständlichen Gründen, die dauerhafte Schließung des Gondwana- Parks als einzig praktikable Lösung betrachtet oder sich alle beteiligten ein tragfähiges Konzept für die Zukunft erarbeiten, der fade Beigeschmack einer politisch wie wirtschaftlich desolaten Leistung der ehemaligen Landesregierung wird bestehen bleiben.
Die Piratenpartei fordert somit die Landesregierung im Interesse der Bürger auf, die Verantwortlichen für diese skandalösen Vertragspraktiken zur Rechenschaft zu ziehen und im Falle des Fortbestandes des Gondwana-Parks, auf neue Vertragsverhandlungen zu drängen, die nicht ausschließlich die Steuerzahler zum Risikoträger machen.
"Die Vorgänge rund um den Gondwana-Park zeigen wieder deutlich die Notwendigkeit auf, dass öffentliche Verträge künftig transparent zu Stande kommen müssen. Nur wenn Vertragsverhandlungen von Beginn an öffentlich stattfinden und die Bürger aktiv in die Verhandlungen eingebunden werden, können in Zukunft solche Verträge, die rein zu Lasten des Steuerzahlers gehen, verhindert werden.
Die Saarländer haben das Recht, direkt über Verträge mitentscheiden zu dürfen, in denen ihre Steuergelder ausgegeben werden!", so die abschließende Forderung von Marc Großjean, dem Vorsitzenden der Piratenpartei Saarland.
Dienstag, 19. Januar 2010
Ab heute kann man sich für das 1. Deutsche LawCamp (20. März in Frankfurt) anmelden:
Interessante Referenten und interessante Vorträge sind angekündigt. Ausgerichtet wird das "LawCamp" in den Räumen von Bird&Bird (einer " Großbude"!).
(via: Ralf)
Dienstag, 12. Januar 2010
Der Zeitschrifteninhaltsdienst (ZID) des juristischen Bibliografieverlages Kuselit präsentiert sich ab sofort in einem neuen Design und in neuer Struktur. Damit will der pfälzische Verlag die Leser noch umfassender informieren. Kern des neuen Layouts sind drei Ebenen, mit denen der ZID-Leser seine Informationen akquirieren kann.
Die erste Ebene ist eine Art Online-Zeitschrift als PDF, in der Aktuelles zu den Rechtsgebieten des ZID veröffentlicht wird. Aus dieser Online-Zeitschrift gelangt man zur zweiten Ebene - den aktuellen Zeitschrifteninhaltsverzeichnissen des ZID. Die dritte Ebene befindet sich im Moment noch in Vorbereitung: im Kuselit MINI kann sich der geneigte Leser seine eigene Rechtsbibliografie auf den Rechner laden und damit seine Literatur verwalten. Dieses Feature wird allerdings kostenpflichtig werden. Die Ebenen 1 und 2 sind hingegen kostenlos abrufbar.
Mittwoch, 30. Dezember 2009
Dienstag, 8. Dezember 2009
Sonntag, 29. November 2009
Samstag, 28. November 2009
Horst Köhler will das Zensurgesetz vorerst nicht unterschreiben. Der Grund ist, wenn ich hier SPON richtig verstehe, eher der an anderer Stelle (z.B. hier) bereits kritisierte Plan, das Gesetz nach Inkrafttreten einfach nicht anzuwenden (und es nicht aufzuheben), weniger inhaltiche Bedenken. Dennoch: Eine gute Nachricht.
Sonntag, 8. November 2009
Im Verwaltungsgerichtsverfahren von Julian Kornberger gegen das BKA gibt es morgen eine mündliche Verhandlung vor dem VG Wiesbaden:
Montag, den 9. November
10:00 Uhr, Sitzungssaal A 5, im Gerichtsgebäude
Konrad-Adenauer-Ring 15, 65187 Wiesbaden
Donnerstag, 5. November 2009
Ein offizielles Hintergrundbild von Windows 7:
Montag, 2. November 2009
Deutschlands erstes Online-Repetitorium für das erste Staatsexamen hat sich im neunten Jahr seines Bestehens ein Facelift gegönnt. Der eJura-Examensexpress erscheint nun in einem Web2.0-Design, bei dem die Zug-Metapher aber weiterhin erhalten bleibt.
Das Autorenteam des Online-Reps setzt sich aus Repetitoren von Alpmann-Schmidt und Professoren der Universität des Saarlandes zusammen. Studenten der saarländischen Uni können den Service kostenlos nutzen.
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